First Responder Konzept

... eine medizinische Unterstützungsgruppe ...

 

First Responder - Was ist das?

Dieses zusätzliche, ebenfalls freiwillige Aufgabengebiet der Feuerwehr Allershausen dient zur Überbrückung des „therapiefreien Intervalls“. Damit wird der Zeitraum zwischen dem Eintreten eines medizinischen Notfalls und dem Eintreffen des Rettungsdienstes am Einsatzort bezeichnet. Liegt ein medizinischer Notfall in Allershausen und Umgebung vor, werden abhängig von der Dringlichkeit der Patientenversorgung und der Entfernung des nächsten freien Rettungswagens die First Responder hinzualarmiert. Diese leisten dann die medizinische Erstversorgung, bis der Rettungsdienst eintrifft und unterstützen bei Bedarf das Rettungsteam.

Dabei kann der zeitliche Vorteil, welchen die First Responder Mitglieder gegenüber dem alarmierten Rettungswagen haben, unter Umständen nur wenige Minuten betragen. Wie wichtig jedoch diese Minuten sein können, wird in der folgenden Grafik deutlich.

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand sinkt mit jeder verstrichenen Minute ohne qualifizierte Reanimationsmaßnahmen die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um 10%. Besonders bei diesem Einsatzbild wird die Bedeutung des First Responder Konzepts deutlich.

Doch die Feuerwehrsanitäter können noch viel mehr: So gehört die Versorgung und Betreuung von Patienten bei Herzinfarkten, Schlaganfällen, Atembeschwerden, Verkehrsunfällen, Stürzen etc. ebenso zu ihren Aufgaben.


 

 

Wie funktionieren die First Responder?

Seit Juli 2012 unterstützen 15 ausgebildete Feuerwehrsanitäter die Kräfte der örtlich ansässigen Johanniter-Unfall-Hilfe. Wöchentlich wechselt dabei die Zuständigkeit des First Responder Dienstes zwischen Feuerwehr und Johanniter. Wie bei der freiwilligen Feuerwehr üblich, gibt es keinen Schichtplan und auch keine 24 Stunden Wachbesetzung. Bei Alarmierung befinden sich die Mitglieder zu Hause oder in der Arbeit, gehen ihrer Freizeitbeschäftigung nach oder ruhen sich während ihres verdienten Schlafs nach einem anstrengenden Arbeitstag aus. Aus den verschiedensten Lebenslagen werden sie gerissen und finden sich innerhalb kürzester Zeit am Feuerwehr Gerätehaus ein, um anschließend mit dem First Responder Fahrzeug auszurücken.

Die Feuerwehrler leisten bei über 50 Einsätzen pro Jahr Erste-Hilfe und rücken 24 Stunden am Tag - 7 Tage die Woche - ehrenamtlich aus.


 

 

Welche Ausbildung haben die First Responder?

Die benötigte fachliche Ausbildung erfolgt in Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Feuerwehr Ausbildungsstelle des Landkreises Freising und beträgt mindestens 70 Stunden. Doch damit ist es nicht getan: Ständige Weiterbildung und Auffrischung des Erlernten ist ein Muss für die Ehrenamtlichen und wird sowohl in theoretischen Unterrichtseinheiten, als auch in praktischen Übungen jeden Monat verinnerlicht.

Auch eine halbjährliche Reanimationsübung mit Herzdruckmassage, Beatmung, AED-Anwendung, etc. ist für die First Responder verpflichtend. Qualifizierte Mitglieder der Feuerwehr Allershausen, welche beruflich im Rettungsdienst tätig sind, übernehmen diese Fortbildungen und weisen auf neue Standards bei der Patientenversorgung hin.

Die Feuerwehrmänner und -frauen besitzen als Erkennungszeichen für ihre zusätzliche medizinische Ausbildung als Sanitätshelfer den Äskulapstab seitlich auf ihrem Helm. Zusätzlich wurden Einsatzjacken angeschafft, die auf der Rückseite den Schriftzug "First Responder" tragen.


 

 

Wie finanziert sich das Konzept?

Zuletzt sei noch zu erwähnen, dass die First Responder Einrichtung ausschließlich durch Spenden finanziert wird und keinerlei Abrechnung mit den Krankenkassen erfolgt. Es ist der großen Akzeptanz der Bevölkerung und ihrer Bereitschaft, diese Institution finanziell zu unterstützen, zu verdanken, dass den Feuerwehrsanitätern eine hervorragende Ausrüstung zur Verfügung steht. So war es dank zahlreicher Spenden von Privatpersonen und Firmen möglich, unter anderem zwei AEDs und ein eigenes First Responder Fahrzeug anzuschaffen. Dies bestätigt uns in der Annahme, einen weiteren wertvollen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung zu leisten.